Haltung von Zierschildkröten

Es gibt insgesamt vier Unterarten dier Zierschildkröte, welche in den weiteren Untermenüs auf dieser Seite vorgestellt werden. Es handelt sich um die Westliche Zierschildkröte, die Mittelländische Zierschildkröte, sowie die Östliche Zierschildkröte und die Südliche Zierschildkröte.

Bis auf die letztgenannte Art, sind die Schildkröten für eine ganzjährige Haltung in einem entsprechend angelegten Teich hervorragend geeignet. Die Südliche Zierschildkröte sollte aufgrund ihres namensgebenden Verbreitungsgebiets nur in einem Zimmeraquarium gepflegt werden.

 

Haltung von Zierschildkröten in einem Zimmerbecken 

Die Haltung aller Arten ist in einem entsprechend der Bedürfnisse der Schildkröten ausgelegten Becken problemlos möglich. Als Richtlinie empfehle ich ein Becken der Maße 100x50x50cm für ein ausgewachsenes Einzeltier. Die Haltung einzelner Individuen ist hierbei kein Problem, da die Schildkröten Einzelgänger sind und sich unter Umständen nicht miteinander vertragen. Dies ist ungefähr gleichzusetzen mit dem Verhalten von Goldhamstern in Gruppen. Es soll ab und an klappen. Irgendwann aber nicht mehr.

Da alle Schildkröten einen regen Stoffwechsel haben, sollte eine gut dimensionierte Filteranlage Pflicht sein. Hier habe ich sehr gute Erfahrungen mit Produkten der Firma Eheim gemacht. Hier gilt: Lieber klotzen, statt kleckern. Ein gut dimensionierter Außenfiter sollte Pflicht sein. Um eine gleichbleibend gute Wasserqualität zu gewährleisten habe ich zusätzlich eine Membranpumpe angebracht, welche das Wasser mit Sauerstoff versorgt. Diese beeinflusst die Wasserqualität positiv und sollte eigentlich in keinem Becken fehlen. Zusätzlich zur Filtereinlage habe ich in jedem Becken einen Besatz mit robusten Zierfischen, welche die anfallenden Futterreste vertilgen. Je nach Schildkröte halten sich Fischpopulationen sehr gut bis garnicht, da es vorkommen kann, dass man eine geschickt jagende Schildkröte hält, oder halt eine eher faulere, die sich nicht wirklich für die Fische im Becken interessiert.

Zierschildkröten, wie auch andere Schildkrötenarten auch benötigen einen Landteil, an dem sie vollständig abtrocknen können. Die im Zoohandel angebotenen Schildkrötenbecken sind dazu nur bedingt geeignet. Auch halte ich von den schwimmenden Landteilen mit Saugnapf eher wenig. Eine praktikable Lösung ist hier eine einfache Weidenbrücke aus dem Nagerbedarf, welche über den Mittelsteg des Aquariums gelegt wird. Alternativ habe ich auch schon ein Aufzuchtaquarium (12l) mit Glassteg links und rechts beklebt und frei ins Becken gestellt. Hier hatten die Schildkröten ebenfalls die Möglichkeit sich abzutrocknen.

Über diesen Landteil gehört eine vernünftige Lampe. Kein Rotlicht, keine Energiesparlampe, sondern eine HQI, die auch entsprechende Hitze absondert und im Idealfall die Tiere mit UV versorgt. Empfehlen kann ich hier Lampen von Lucky Reptile und Solar Raptor. Auch wenn die Anschaffungskosten bei ca. 100-120€ pro Set (HQI, EVG und Sockel) recht hoch erscheinen, sollte man diese den Tieren gönnen.

Wenn diese 3 Säulen der Schildkrötenhaltung, also : Becken, Filterung und Beleuuchtung wie vorgeschlagen umgesetzt wurden, kann nicht mehr viel bei der Haltung schief gehen.

Sollten Weibchen gepflegt werden, brenötigen diese einen Eiablageplatz zum vergraben der Eier. Dieser sollte so dimensoniert sein, dass die Tiere ein Loch graben können, das ungefähr so tief ist, wie ihr Panzer lang. Ich habe mir angewöhnt einfach ein 54l Standardbecken hinter dem Wasserbecken zu platzieren und den Tieren so zu ermöglichen hinüber zu laufen. Idealerweise sollte dieses etwas erhöht stehen und sich somit nicht auf Höhe des Wasserlevels. Grund hierfür ist, dass viele Tiere ansonsten die Eiablage hinauszögern oder ganz verweigern, da sie denken, dass der Eiablageplatz überflutet werden könnte und somit die Eier an einem ungünstigen Platz sind.

 

Die Fütterung sollte so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden, der Anteil pflanzlicher Nahrung bei Zierschildkröten liegt bei ca. 40-60%, sodass immer Grünzeug in Form von verschiedenen Wasserpflanzen, aber auch Wildkräutern und Salat angeboten werden sollte. Ich raspel auch Möhre, welche sehr gerne gerfressen wird. Obst gehört hingegen wegen des Fruchtzuckeranteils, der die Darmflora schädigt nicht auf den Speiseplan und sollte daher auch nicht verabreicht werden.

Circa drei bis vier mal in der Woche wird tierische Kost in Form von Gammarus, Fisch, Regenwürmern, Insekten und Schnecken gereicht werden. Auf Säugerfleisch sollte hier wegen des Fettgehalts und schlechten Verdaulichkeit verzichtet werden.

 

Außenhaltung von Zierschildkröten

Wie eingangs erwähnt sind einige Zierschildkröten aufgrund ihrer herkunft für die Außenhaltung in entsprechend angelegten Teichen geeignet. Vorab will erwähnt sein, dass Baumarkt-Teichwannen aufgrund ihrer steilen Ufer nicht geeignet sind. Vielmehr sollte der Teich so geschaffen sein, dass er recht viele Flachzonen aufweist, die sich durch die natürliche Sonnenstrahlung schnell aufwärmen und somit den Stoffwechsel der Tiere angekurbelt wird. Zudem sollten keine steilen Kanten vorhanden sein, die die Schildkröte beim laufenen an die Oberfläche behindern können. Hier besteht gerade bei kalter Witterung Ertrinkungsgefahr. Für die recht kalte Übergangszeit vom Winter zum Sommer empfiehlt sich zudem ein Frühbeetaufbau über einen Teil des Teichs. So können sich die Schildkröten hierunter sonnen und haben durch den Glashauseffekt sofort recht hohe Temperaturen um auf Vorzugstemperatur zu kommen.

Ein befreundeter Halter hat direkt in sein Gewächshaus einen Teich gebaut. Die Tiere fühlen sich offensichtlich sehr wohl und im Vergleich zur ungeschützten Freilandhaltung, welche vorher praktiziert wurde haben sich die Gelegeanzahl und auch die Anzahl der gelegten Eier pro Gelege deutlich vergrößert. Sollten also Ambitionen zur Zucht bestehen, bietet sich diese Haltungsform an.

Aber: Achtung vor zu wenig UV-Licht! Die Tiere sollten die Möglichkeit bekommen regelmäßig ungefiltertes Sonnenlicht tanken zu können. Das lässt sich mit entsprechenden Materialien erreichen, oder durch Abnahme des Daches bzw. Anbringung entsprechender Beleuchtung.

 

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